Histaminintoleranz verstehen: Warum dein Darm der Schlüssel ist (und Verzicht allein nicht reicht)

Veröffentlicht am 16. Februar 2026 um 15:34

Du bekommst Kopfschmerzen nach Pizza & Rotwein?
Dein Herz klopft nach Schokolade?
Du fühlst dich aufgebläht nach dem Käsebrot?

Das ist kein Zufall.
Und es ist auch kein „Du bist empfindlich“. Es kann ein Hinweis auf einen Histaminüberschuss sein.

Vielleicht hast du schon die Diagnose:
Histaminintoleranz (HIT).

Und jetzt?

Wieder eine Liste.
Wieder mehr Verzicht.
Wieder Unsicherheit.

Aber was, wenn Histamin gar nicht dein eigentliches Problem ist?

Trennlinie Blogeintrag - Histaminintoleranz - traditionelle Ernährung - artgerechte Ernährung - gesundglücklich - GAPS

Was ist Histamin wirklich?

Histamin gehört zu den sogenannten biogenen Aminen. Biogene Amine entstehen aus Aminosäuren.
Auch andere bekannte Stoffe gehören dazu:

  • Serotonin

  • Tyramin

  • Tryptamin

Sie wirken im Körper als:

  • Botenstoffe

  • Neurotransmitter

  • hormonähnliche Moleküle

Histamin ist also nichts „Schlechtes“. Dein Körper produziert es selbst.

Problematisch wird es nur, wenn:

👉 zu viel davon im Körper zirkuliert
👉 oder dein Körper es nicht ausreichend abbauen kann

Die eigentliche Frage: Warum kann dein Körper Histamin nicht abbauen?

Der Abbau von Histamin erfolgt hauptsächlich über Enzyme:

  • DAO (Diaminoxidase)

  • MAO (Monoaminoxidase)

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Diese Enzyme werden in einer gesunden Darmschleimhaut gebildet.

Wenn deine Darmwand:

  • entzündet

  • gereizt

  • durchlässig (Leaky Gut)

  • mikrobiell gestört

ist, produziert sie weniger dieser Enzyme.
Gleichzeitig können biogene Amine leichter durch die geschädigte Darmwand ins Blut gelangen – ohne richtig reguliert zu werden.

Das Ergebnis:

Mehr Symptome.
Mehr Überreaktionen.
Mehr Unsicherheit.

Typische Histaminintoleranz Symptome

Ein Überschuss an Histamin kann viele Organe betreffen:

  • Kopfschmerzen & Migräne

  • Schwindel

  • Übelkeit

  • Durchfall

  • Herzrasen

  • niedriger Blutdruck

  • Hautrötungen & Ekzeme

  • laufende Nase

  • Zyklusbeschwerden

  • Schlafstörungen

Viele Frauen sind besonders betroffen, weil Histamin und Östrogen sich gegenseitig beeinflussen.

Gerade bei:

  • chronischem Stress

  • hormoneller Dysbalance

  • Schwangerschaft

  • Perimenopause

kann das System schneller kippen.

Warum Fermente plötzlich Probleme machen

Ein Punkt, der viele verwirrt:
„Aber Fermente sind doch gesund?“ - Ja.
Und gleichzeitig können sie bei empfindlichen Menschen Symptome auslösen.

Fermentierte Lebensmittel enthalten:

  • probiotische Mikroben

  • biogene Amine

Bei einer gestörten Darmflora kann es zu einer sogenannten Absterbereaktion kommen. Dabei spielen biogene Amine häufig eine Rolle.
Diese Reaktion bedeutet nicht automatisch, dass Fermente „schlecht“ sind. Sondern oft, dass dein Darm noch nicht stabil genug ist.

Histamin ist nur ein Teil des Bildes

Viele Menschen versuchen, Histamin komplett zu vermeiden.

Doch:

  • Histamin wird auch im Körper gebildet.

  • Biogene Amine kommen natürlicherweise in Lebensmitteln vor.

  • Selbst frische Produkte können geringe Mengen enthalten.

Es ist also praktisch unmöglich, Histamin vollständig zu meiden.

Und noch wichtiger:
Histamin ist oft nur eine kleine Facette eines größeren Problems:

  • einer geschädigten Darmwand

  • einer gestörten Darmflora

  • einem dysregulierten Immunsystem

Zitatgrafik von Dr. Natasha Campbell-McBride zu Histamiinntoleranz

Der GAPS-Ansatz bei Histaminproblemen

Im GAPS-Kontext steht nicht das Vermeiden im Vordergrund, sondern das Heilen:

✔ die Darmschleimhaut regenerieren
✔ die Darmflora normalisieren
✔ Entzündungen reduzieren
✔ das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht bringen

In den ersten Phasen der GAPS-Intro:

  • sind histaminreiche Lebensmittel kaum enthalten

  • Fermente werden nur in sehr kleinen Mengen eingeführt

  • alles erfolgt individuell & schrittweise

Wenn jemand sehr empfindlich auf biogene Amine reagiert, werden Fermente zunächst pausiert und später vorsichtig getestet.

Nicht dogmatisch. Nicht pauschal. Sondern angepasst an den Menschen. Mit Geduld.

Warum reine Histamin-Diäten oft nicht nachhaltig helfen

Kurzfristig kann eine histaminarme Ernährung Symptome lindern.

Aber wenn:

  • die Darmwand weiter geschädigt bleibt

  • die Enzymbildung eingeschränkt ist

  • das Immunsystem aus dem Gleichgewicht ist

dann kehren die Beschwerden häufig zurück.

Der Fokus sollte daher nicht nur lauten:

„Was darf ich essen?“ Sondern: „Wie kann mein Körper wieder lernen, damit umzugehen?“

Fazit: Dein Körper ist nicht überempfindlich – er ist überlastet

Histaminintoleranz ist ein Hinweis darauf, dass dein Darm und dein Immunsystem Unterstützung brauchen.

Nicht noch mehr Listen. Nicht noch mehr Angst vor Lebensmitteln.

Sondern: Struktur, kleine Schritte & Aufbau statt Dauerverzicht.

Wenn du das Gefühl hast, dein Körper reagiert auf alles und du willst endlich verstehen, warum:

Dann lass uns in einem kostenfreien „Let’s meet“-Gespräch schauen, welcher Weg für dich sinnvoll ist.